Talente, Arbeitsmarkt und Bildung

Spin-offs aus Hochschulen

Mehr Startups und Ausgründungen aus Schweizer Hochschulen

Aus dem Wissen und den Ideen an Schweizer Hochschulen sollen mehr erfolgreiche Unternehmen entstehen. Die Swiss Startup Association setzt sich dafür ein, dass Studierende und Forschende ihre unternehmerischen Vorhaben einfacher entwickeln und umsetzen können. Unser Anliegen umfasst ETH und EPFL, kantonale Universitäten, Fachhochschulen und pädagogische Hochschulen sowie Forschungsinstitutionen.

Spin-offs nutzen Wissen oder Technologien aus einer Hochschule oder Forschungsinstitution. Weitere Startups entstehen aus den Ideen und Erfahrungen von Studierenden und Forschenden. Beide Wege verdienen Unterstützung. Dazu gehören auch Gründungen auf Basis von Software, Dienstleistungen oder neuen Geschäftsmodellen.

1. Das Problem

Die Schweiz verfügt über hervorragende Forschung und vielfältige Kompetenzen an ihren Hochschulen. ETH und EPFL zeigen, wie daraus erfolgreiche Unternehmen entstehen können. Auch andere Hochschulen verfügen über Gründungsangebote. Das unternehmerische Potenzial lässt sich jedoch noch stärker nutzen.

Der Weg zur Gründung hängt von den verfügbaren Angeboten und Rahmenbedingungen ab. Fehlende Orientierung, begrenzte Ressourcen oder schwieriger Zugang zu erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern können ihn erschweren. Bei forschungsbasierten Ausgründungen kommen teilweise komplexe Prozesse zur Nutzung geistigen Eigentums und Beteiligungsmodelle hinzu, die spätere Finanzierungen erschweren können.

2. Die Auswirkungen

Wenn vielversprechende Ideen nicht weiterentwickelt werden, bleiben Chancen auf neue Produkte, Unternehmen und Arbeitsplätze ungenutzt. Für die Schweiz ist es deshalb wichtig, dass mehr geeignete Forschungsergebnisse und unternehmerische Ideen in wirtschaftliche Anwendungen überführt werden. Erfolgreiche Gründungen können die Wettbewerbsfähigkeit stärken und zusätzliche Wertschöpfung im Land schaffen.

Grundlagenforschung und Erkenntnisgewinn haben dabei einen eigenständigen Wert. Unternehmensgründungen ergänzen diesen Auftrag dort, wo eine wirtschaftliche Anwendung sinnvoll ist.

3. Unsere Forderung

Die Swiss Startup Association setzt sich für Rahmenbedingungen ein, die mehr tragfähige Startups und Spin-offs aus dem gesamten Hochschulraum ermöglichen.

Dafür braucht es:

  1. Eine starke Gründungskultur: Unternehmertum soll in Lehre und Hochschulalltag sichtbar sein. Praxisnahe Angebote, Vorbilder und der Austausch mit Gründungsteams sollen Studierenden und Forschenden zeigen, wie sie eigene Ideen umsetzen können.
  1. Unterstützung von der Idee bis zur Gründung: Gründungsinteressierte brauchen klar erkennbare Anlaufstellen, Beratung und Mentoring. Dazu gehören Unterstützung bei der Prüfung des Marktbedarfs, beim Aufbau des Teams und bei der Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells.
  1. Zusammenarbeit über Hochschulgrenzen hinweg: Gemeinsame Förderformate sollen Menschen aus verschiedenen Hochschulen und Fachrichtungen zusammenbringen. Kooperationen mit Unternehmen und dem Startup-Ökosystem erleichtern den Zugang zu Erfahrungen, Kunden und Partnern.
  1. Zugang zu Finanzierung: Gründungsteams sollen passende Förderprogramme leichter finden und nutzen können. Für die Entwicklung von Prototypen und erste Marktversuche braucht es geeignete Finanzierungsmöglichkeiten sowie frühzeitigen Kontakt zu Investorinnen und Investoren.
  1. Transparente und faire Transferbedingungen: Bei der Nutzung geistigen Eigentums braucht es klare Zuständigkeiten, verständliche Regeln und planbare Verfahren. Lizenz- und Beteiligungsmodelle sollen die Leistungen der Hochschulen angemessen berücksichtigen und zugleich die Finanzierung und das Wachstum junger Unternehmen ermöglichen.
4. Aktueller Stand

An Schweizer Hochschulen bestehen bereits verschiedene Angebote zur Förderung von Startups und Spin-offs. Die Swiss Startup Association setzt sich dafür ein, die Gründungskultur und die Unterstützung im gesamten Hochschulraum weiter zu stärken.

Zusätzliche Impulse liefert der Redstone University Startup Index 2026, der 1’050 europäische Hochschulen und öffentliche Forschungsorganisationen untersucht, darunter Institutionen aus der Schweiz. Der Index berücksichtigt auch Gründungen von Studierenden und Alumni. Die Autoren sehen erhebliches ungenutztes Gründungspotenzial und empfehlen, unternehmerische Bildung in allen Fachbereichen zu verankern, Alumni als Gründer, Mentoren und Investoren einzubinden und die Zusammenarbeit zwischen Fachrichtungen zu stärken. Diese Empfehlungen bestärken das Anliegen der SSA.

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