Die Schweiz verfügt über hervorragende Forschung und vielfältige Kompetenzen an ihren Hochschulen. ETH und EPFL zeigen, wie daraus erfolgreiche Unternehmen entstehen können. Auch andere Hochschulen verfügen über Gründungsangebote. Das unternehmerische Potenzial lässt sich jedoch noch stärker nutzen.
Der Weg zur Gründung hängt von den verfügbaren Angeboten und Rahmenbedingungen ab. Fehlende Orientierung, begrenzte Ressourcen oder schwieriger Zugang zu erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern können ihn erschweren. Bei forschungsbasierten Ausgründungen kommen teilweise komplexe Prozesse zur Nutzung geistigen Eigentums und Beteiligungsmodelle hinzu, die spätere Finanzierungen erschweren können.
Wenn vielversprechende Ideen nicht weiterentwickelt werden, bleiben Chancen auf neue Produkte, Unternehmen und Arbeitsplätze ungenutzt. Für die Schweiz ist es deshalb wichtig, dass mehr geeignete Forschungsergebnisse und unternehmerische Ideen in wirtschaftliche Anwendungen überführt werden. Erfolgreiche Gründungen können die Wettbewerbsfähigkeit stärken und zusätzliche Wertschöpfung im Land schaffen.
Grundlagenforschung und Erkenntnisgewinn haben dabei einen eigenständigen Wert. Unternehmensgründungen ergänzen diesen Auftrag dort, wo eine wirtschaftliche Anwendung sinnvoll ist.
Die Swiss Startup Association setzt sich für Rahmenbedingungen ein, die mehr tragfähige Startups und Spin-offs aus dem gesamten Hochschulraum ermöglichen.
Dafür braucht es:
- Eine starke Gründungskultur: Unternehmertum soll in Lehre und Hochschulalltag sichtbar sein. Praxisnahe Angebote, Vorbilder und der Austausch mit Gründungsteams sollen Studierenden und Forschenden zeigen, wie sie eigene Ideen umsetzen können.
- Unterstützung von der Idee bis zur Gründung: Gründungsinteressierte brauchen klar erkennbare Anlaufstellen, Beratung und Mentoring. Dazu gehören Unterstützung bei der Prüfung des Marktbedarfs, beim Aufbau des Teams und bei der Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells.
- Zusammenarbeit über Hochschulgrenzen hinweg: Gemeinsame Förderformate sollen Menschen aus verschiedenen Hochschulen und Fachrichtungen zusammenbringen. Kooperationen mit Unternehmen und dem Startup-Ökosystem erleichtern den Zugang zu Erfahrungen, Kunden und Partnern.
- Zugang zu Finanzierung: Gründungsteams sollen passende Förderprogramme leichter finden und nutzen können. Für die Entwicklung von Prototypen und erste Marktversuche braucht es geeignete Finanzierungsmöglichkeiten sowie frühzeitigen Kontakt zu Investorinnen und Investoren.
- Transparente und faire Transferbedingungen: Bei der Nutzung geistigen Eigentums braucht es klare Zuständigkeiten, verständliche Regeln und planbare Verfahren. Lizenz- und Beteiligungsmodelle sollen die Leistungen der Hochschulen angemessen berücksichtigen und zugleich die Finanzierung und das Wachstum junger Unternehmen ermöglichen.
An Schweizer Hochschulen bestehen bereits verschiedene Angebote zur Förderung von Startups und Spin-offs. Die Swiss Startup Association setzt sich dafür ein, die Gründungskultur und die Unterstützung im gesamten Hochschulraum weiter zu stärken.
Zusätzliche Impulse liefert der Redstone University Startup Index 2026, der 1’050 europäische Hochschulen und öffentliche Forschungsorganisationen untersucht, darunter Institutionen aus der Schweiz. Der Index berücksichtigt auch Gründungen von Studierenden und Alumni. Die Autoren sehen erhebliches ungenutztes Gründungspotenzial und empfehlen, unternehmerische Bildung in allen Fachbereichen zu verankern, Alumni als Gründer, Mentoren und Investoren einzubinden und die Zusammenarbeit zwischen Fachrichtungen zu stärken. Diese Empfehlungen bestärken das Anliegen der SSA.
Dokumente & Links
SSA Position Paper – Startup-Agenda Schweiz
Redstone University Startup Index 2026 und Download des Berichts
Interpellation Islam Alijaj 26.4285
Anfrage 376/2025 zur ZHAW und Antwort des Regierungsrats
Founded Beitrag von Raphael Tobler zur Förderung von Spin-offs