Damit mehr Kapital in Schweizer Startups fliesst, braucht es attraktive und verlässliche Rahmenbedingungen für Venture Capital. Dazu gehören steuerliche Anreize, vereinfachte Fondszulassungen und ein flexibles Regulierungsumfeld, das auch kleinere Fonds berücksichtigt. Eine funktionierende Exit-Kultur und ein dynamischerer Kapitalmarkt sind zentrale Voraussetzungen, um Wachstum und Skalierung in der Schweiz zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen inländische Investitionen, insbesondere durch Pensionskassen und etablierte Unternehmen, gezielt gefördert werden, damit Kapital, Know-how und Wertschöpfung langfristig im Land bleiben.
Rahmenbedingungen für Venture Capital und Fund Structures verbessern
Problem
Obwohl die Schweiz ein bedeutender Finanzplatz ist, werden viele Venture-Capital-Fonds im Ausland aufgesetzt. Schweizer Strukturen sind steuerlich und regulatorisch häufig wenig attraktiv; auch der 2024 eingeführte Limited Qualified Investor Fund hat die erhoffte Wirkung für den VC-Markt bislang nur begrenzt erzielt.
Auswirkung
Fehlen wettbewerbsfähige Fondsstrukturen in der Schweiz, kommt Wachstumskapital verstärkt aus dem Ausland. Damit steigt das Risiko, dass erfolgreiche Startups ihren Sitz oder wichtige Unternehmensteile verlagern und Know-how sowie Wertschöpfung verloren gehen.
Forderung
Wir fordern einfachere regulatorische Vorgaben, digitale Behördenprozesse und wettbewerbsfähige steuerliche Bedingungen für Schweizer Venture-Capital-Fonds. Zusätzlich soll eine nationale Fondsstruktur jährlich deutlich mehr Kapital für Schweizer Startups mobilisieren.
Stärkere Zusammenarbeit etablierter Unternehmen und Startups
Problem
Kooperationen, Investitionen und Übernahmen zwischen etablierten Unternehmen und Startups finden in der Schweiz noch zu selten statt. Es fehlen teilweise Anreize, geeignete Plattformen und eine Unternehmenskultur, die Corporate Venture Capital und strategische Zusammenarbeit aktiv fördert.
Auswirkung
Startups verlieren dadurch Zugang zu Kapital, Kundinnen und Kunden, Märkten und industriellem Know-how. Gleichzeitig verpassen etablierte Unternehmen neue Technologien und Geschäftsmodelle. Werden erfolgreiche Startups überwiegend aus dem Ausland übernommen, fliesst ein Teil der künftigen Wertschöpfung ab.
Forderung
Wir wollen Investitionen, Kooperationen und Übernahmen durch Schweizer Unternehmen erleichtern. Dazu sollen steuerliche Anreize, geeignete Co-Investment-Modelle und bessere Vernetzungsangebote zwischen Startups, KMU, Grossunternehmen und Investoren geprüft werden.
Investitionen von Pensionskassen in Venture Capital
Problem
Pensionskassen dürfen grundsätzlich in Startups und Venture-Capital-Fonds investieren, nutzen diese Möglichkeit bislang aber nur zurückhaltend. Häufig fehlen Erfahrung, geeignete diversifizierte Anlagegefässe und das notwendige Wissen zur Beurteilung dieser Anlageklasse.
Auswirkung
Dadurch fliesst nur ein kleiner Teil des umfangreichen Schweizer Vorsorgekapitals in innovative Wachstumsunternehmen. Schweizer Startups bleiben stärker von ausländischem Kapital abhängig, während langfristige Investitionschancen im Inland wenig genutzt werden.
Forderung
Wir wollen Investitionen von Pensionskassen in Schweizer Startups, VC-Fonds und Dachfonds erleichtern. Dafür braucht es Weiterbildung, Kompetenzplattformen und geeignete Instrumente zur Diversifikation und Risikoteilung, beispielsweise Co-Investment- oder Garantie-Modelle.
Aktueller Stand
Die rechtlichen Möglichkeiten für Pensionskasseninvestitionen in Schweizer Startups bestehen bereits: Seit 2022 können Vorsorgeeinrichtungen bis zu 5 Prozent ihres Vermögens einer eigenen Anlagekategorie für nicht kotierte Schweizer Unternehmen zuweisen. In der Praxis wird diese Möglichkeit jedoch noch wenig genutzt. Deshalb setzen wir uns gemeinsam mit Partnern für Weiterbildungsangebote, den Aufbau von Fachwissen und geeignete Anlagegefässe ein. Ein erster konkreter Schritt ist das VC Education Program von Deep Tech Nation Switzerland, das Pensionskassen bei der professionellen Beurteilung von Venture-Capital-Anlagen unterstützt.
Exit- und Wachstumsmöglichkeiten in der Schweiz ausbauen (Growth Market Regime)
Problem
Der Schweizer Kapitalmarkt ist vor allem auf grosse, etablierte Unternehmen ausgerichtet. Für Scale-ups sind ein Börsengang und der Zugang zu einem geeigneten Wachstumsmarkt aufgrund hoher Kosten sowie umfangreicher Prospekt- und Offenlegungspflichten oft unrealistisch.
Auswirkung
Fehlen attraktive Exit- und Wachstumsoptionen, bleibt Kapital länger gebunden und neue Investitionen werden gebremst. Erfolgreiche Scale-ups orientieren sich für Börsengänge oder weitere Finanzierungen vermehrt ins Ausland, wodurch der Schweiz Unternehmen und Wertschöpfung verloren gehen können.
Forderung
Wir fordern einen Schweizer Wachstumsmarkt mit vereinfachten und verhältnismässigen Anforderungen für Scale-ups. Dazu sollen der Zugang zum Kapitalmarkt und zu Sekundärtransaktionen erleichtert und das bestehende Sparks-Segment gemeinsam mit SIX weiterentwickelt werden.
Steuerliche Anreize für private Startup-Investitionen schaffe
Problem
Startups sind insbesondere in frühen Phasen auf Business Angels und andere private Investorinnen und Investoren angewiesen. In der Schweiz bestehen jedoch kaum gezielte steuerliche Anreize für solche Investitionen, während andere Länder das eingegangene Risiko steuerlich stärker berücksichtigen.
Auswirkung
Ohne attraktive und verlässliche Rahmenbedingungen fliesst privates Kapital eher in etablierte Unternehmen oder andere Anlageklassen. Das erschwert frühen Startups die Finanzierung und begrenzt die Zahl der Unternehmen, die sich bis zur Wachstumsphase entwickeln können.
Forderung
Wir fordern einen steuerlichen Abzug für qualifizierte Startup-Investitionen, klare Regeln für steuerfreie private Kapitalgewinne und eine verhältnismässige Regulierung von Investment-Syndikaten bis zu einem definierten Volumen.
Asset Manager Licence vereinfachen
Problem
Kleine Venture-Capital-Fonds unterliegen weitgehend denselben regulatorischen Anforderungen wie grosse Vermögensverwalter. Hohe Bewilligungs-, Prüfungs- und Compliance-Kosten belasten junge Fonds mit kleinem Volumen überproportional.
Auswirkung
Potenzielle Fondsgründer weichen deshalb ins Ausland aus oder verzichten auf den Aufbau eines Fonds. Damit verliert die Schweiz Kapital, Investmentkompetenz und zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten für Startups.
Forderung
Wir fordern eine vereinfachte Bewilligungskategorie für kleine VC-Fonds, beispielsweise bis zu einem Volumen von CHF 75 Millionen. Kapitalanforderungen, Berichtspflichten, Prüfkosten und FINMA-Gebühren sollen risikobasiert und verhältnismässig ausgestaltet werden.